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Stimmen Sie NEIN zur Fremdspracheninitiative! Nur so bleibt im Kanton Zürich das Frühenglisch in der Primarschule erhalten! 


Am 21. Mai 2017 stimmt die Zürcher Stimmbevölkerung über die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» im Kanton Zürich ab. Die Initianten und Lehrerverbände fordern, dass an der Primarschule künftig nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird. Der Initiativetext lässt indes offen, um welche der beiden Fremdsprachen (Englisch oder Französisch) es sich handelt. Bei einer Annahme der Initiative ist aus staatspolitischen Erwägungen die Bevorzugung der Landessprache Französisch als erste zu erlernende Fremdsprache dann sehr wahrscheinlich.

2008 hat das Zürcher Stimmvolk dem HarmoS-Konkordat zugestimmt. Die Vereinbarung des Harmos-Konkordats schreibt vor, dass die Sprachregionen ihre Lehrpläne harmonisieren müssen und in diesem Bereich haben sich alle Deutschschweizer Kantone, die im Konkordat mitmachen, entschieden, den Fremdsprachenunterricht spätestens ab der 3. und der 5. Klasse (2. Fremdsprache)  einzuführen. Die östlichen und Zentralschweizer Kantone haben sich für Englisch als 1. Fremdsprache entschieden. Die Kantone nahe an der Sprachgrenze für Französisch als 1. Fremdsprache.

Ebenso hat das Zürcher Stimmvolk bereits 2006 die Volksinitiative «Nur eine Fremdsprache an der Primarschule» deutlich abgelehnt. Die Forderungen der Initianten widersprechen damit gleich zweimal dem Volkswillen. Schert der Kanton Zürich aus dem HarmoS-Modell aus, ist das zudem ein negatives Signal an die übrigen Kantone. In der Sprachenfrage ist ein koordiniertes, zwischen den Kantonen abgestimmtes Vorgehen dringend notwendig. Alleingänge einzelner Kantone tragen nicht zu einer starken Bildung in der Schweiz bei! Können sich die Kantone nicht einigen, erlässt der Bund eine entsprechende Vorschrift für alle Kantone. Dies kann nicht im Interesse des Kantons Zürich sein.

In Anlehnung an die nationale Sprachenstrategie wurde sodann im Kanton Zürich in den letzten Jahren ein zweistelliger Millionenbetrag in die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie in die Entwicklung neuer Lehrmittel investiert. Diese Investitionen würden bei einer Annahme der Initiative zunichte gemacht und hätte enorme finanzielle – und schulorganisatorische Auswirkungen.

Ein weltoffenes Zürich bedingt der Mehrsprachigkeit. Ein möglichst früher Kontakt mit der dominierenden Weltsprache ist gesellschaftspolitisch und wirtschaftlichen Erwägungen unausweichlich, um international mithalten zu können. Regierungs- und Kantonsrat empfehlen die Volksinitiative zur Ablehnung.